· 

WIE ES IHNEN GEFÄLLT....! (01) - Intendant/Regisseur Achim Lenz

Unter dem Titel "WIE ES IHNEN GEFÄLLT!" veröffentliche ich kurze Interviews und Antworten von Castern und Regisseuren auf Fragen rund um das Thema "Castings".

 

Im Casting und vor allem bei Callbacks werden machmal Szenen vorgegeben, die Interaktion mit einem Spielpartner oder viele körperliche Aktionen fordern. Manche Texte geben Requisiten oder Anweisungen für intimes Spiel vor. In meinen Coachings begegnen mir immer wieder Fragen, wie:

  • „Gehe ich die Wege und agiere, wie in der original Show?“
  • „Spiele ich mit einem Jurymitglied?“,
  • “Spiele ich mit einem Luft-Phantom?“ 
  • "Wie gehe ich im Casting mit Szenen um, die fiktive Partner, Interaktionen oder Requisiten beinhalten?"

Hier die Antwort von Achim Lenz, Regisseur und Intendant der Gandersheimer Domfestspiele:.

 

"Ich will sehen, ob ein Darsteller sich im Augenblick befindet. Zeigt er sich präsent, dann befindet er sich im Moment, dann vollzieht sich der Text, seine Rolle, seine Stimme, sein Körper geradlinig und authentisch. Ich will sehen, wie ein Darsteller diesen Prozess geschehen lässt. Wenn ein Darsteller stark imaginieren kann, wenn sein Körper mir die emotionalen Brüche glaubhaft machen kann, dann erkenne ich die Situation und die Rolle, in welcher er sich befindet, dann erzählt mir der schauspielerische Vorgang eine Geschichte. Wenn ein Darsteller das kann, dann braucht er dazu kein Requisit, keinen Stuhl und keinen Tisch, keine Mitspieler und keine konkrete Spielrichtung. Die Szene im Moment zu spielen imaginiert alles weitere und macht es klar und deutlich."


Achim Lenz

Regisseur, Intendant der Gandersheimer Domfestspiele

 

Achim Lenz ist ein Schweizer Schauspiel- und Musiktheaterregisseur, Autor und Dozent an der Folkwang Universität der Künste. Nach dem Studium der Klassischen Philologie und Alten Geschichte an der Universität Basel schloss Achim Lenz 2008 sein Regiestudium an der Folkwang Universität der Künste in Essen ab. Die während seiner Ausbildung erarbeiteten Inszenierungen fanden große Beachtung: T-A-N-N-Ö-D, entstanden als Ensemblearbeit im Rahmen des Treffens aller deutschsprachigen Schauspielschulen, wurde 2008 mit dem Max-Reinhardt-Preis des österreichischen Bundesministeriums ausgezeichnet und die Abschlussinszenierung Alkestis von Euripides wurde 2008 zum Körber-Studio für junge Regie am Thalia-Theater in Hamburg eingeladen.

Im Februar 2010 folgte die Inszenierung Öderland nach Max Frischs Graf Öderland am Theater Chur und im Januar 2012 sorgte er mit dem Sprachstück Die Wolfshaut um die verdrängte Geschichte eines Dorfes nach dem gleichnamigen Roman von Hans Lebert für weiteres Aufsehen im chorischen Theater. Nach der Uraufführung am Theater Chur wurde das Stück ebenso erfolgreich im Ringlokschuppen in Mülheim a.d.R., im Kurtheater Baden und im Schlachthaus Theater Bern aufgeführt. Im Sommer 2012 inszenierte er für die Freilichtspiele Chur die Commedia dell’arte Diener zweier Herren von Carlo Goldoni. Im September 2013 folgte mit Commediamarkt II bereits der zweite Teil der Erfolgssatire von Gion Mathias Cavelty für die Klibühni Chur.

Achim Lenz war drei Jahre lang Mitglied der Festspielleitung und Regisseur der Gandersheimer Domfestspiele in Niedersachsen und ist seit 2010 Dozent für Musiktheater und Schauspiel an der Folkwang Universität der Künste. Als freier Regisseur arbeitet Achim Lenz an renommierten Theatern in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Zudem ist er auch als Autor im Schauspiel- und Musiktheaterbereich tätig und übersetzt antike Theaterstücke. Seit 2017 ist Achim Lenz Intendant der Gandersheimer Domfestspiele.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0